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Grüner Bürgermeister will aus Tübingen eine ökologische Modellstadt machen


In die Pedale zur Rettung unseres Planeten

Als vierter grüner Oberbürgermeister Deutschlands leitet der 35-jährige Boris Palmer seit dem 11. Januar 2007 die Geschicke der 84.000 Einwohner zählenden schwäbischen Studentenstadt Tübingen – immerhin 15.000 der Bewohner sind an der Uni eingeschrieben. Vom Vater trägt er die Leidenschaft für die Umwelt und das Streben nach einer gerechteren Welt in sich. So stehen denn ganz oben auf der politischen Tagesordnung Palmers der Klimawandel und die Gestaltung der ökologischen Zukunft Tübingens. 


Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm… Beweist im wahrsten Worte der Fall der Tübinger Familie Palmer: Wochenmarkt. Am Obststand von Helmut Palmer leuchten schmackhaft die reifen Äpfel. Doch wer hier mit einer Plastiktüte den Einkauf antritt, wird gnadenlos fort geschickt – ohne Äpfel. Das handelte dem inzwischen verstorbenen, umweltbewussten Vater, der selbst jahrelang vergeblich um etliche schwäbische Bürgermeisterämter kämpfte, den Spitznamen „Remstal-Rebell“ ein. Mit ein wenig mehr Kompromissbereitschaft, schaffte es Sohn und Grünenpolitiker Boris in 2006 zum Oberbürgermeister der Stadt: „Ich bin Politiker geworden, weil ich schon als junger Mensch der Überzeugung war, die Aufgabe meiner Generation ist es, den Planeten vor der selbst verschuldeten Zerstörung durch die Menschheit zu retten. Und in der Demokratie heißt das auch, politisch aktiv zu werden.“

Seine erste Rede hielt Boris Palmer mit gerade einmal elf Jahren auf den Schultern des Vaters. Wen wundert es da, dass er auf Feuerwehrfesten oder beim Bieranstechen, aber auch gegenüber seinen politischen Mitstreitern von der CDU stets den richtigen Ton trifft: „Der inhaltliche Kern wäre aus meiner Sicht die ökonomische Kompetenz der CDU zusammen mit der ökologischen Kompetenz der Grünen…“, so der studierte Mathematiker und Historiker. Bereits als Student hatte Palmer bei der Einführung des Semester-Tickets und der Nachtbusse in Tübingen und Reutlingen mitgewirkt. Bevor er Oberbürgermeister wurde, saß er als verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Baden-Württembergischen Landtag.

Per Drahtesel gegen den ökologischen Reformstau

Bereits im Wahlkampf ließ Palmer in der Stadt 80 Fahrräder für jedermanns Nutzung aufstellen. Slogan: „Mit Palmer rollts besser.“ Er ist überzeugt davon, dass Klimaschutz im Kleinen anfängt, zeigte zudem das Preview von Al Gores Klimafilm „Eine unbequeme Wahrheit“ – sieht’s auch global. Für acht Jahre gewählt, ist er nun Chef der Verwaltung und Vorsitzender des Rats zugleich. In dieser Zeit, so Palmers Überzeugung, könne man doch einiges hinsichtlich des „ökologischen Reformstaus in Tübingen“ vorantreiben. Stets mit dem Fahrrad unterwegs, zögerte der junge Mann auch nicht mit unverzüglichen Maßnahmen, ließ mit Amtsantritt kurzer Hand das komplette Rathaus mit Energiesparlampen ausrüsten, ersetzte den Luxusdienstwagen seines Vorgängers durch eine Hybridlimousine aus japanischer Fertigung – so dass sich mancher im Ländle gefragt haben dürfte, wieso die angeblich weltbesten Autohersteller in eigenen Landen nicht in der Lage sind, umweltfreundlichere Fahrzeuge zu bauen…

„Klimaschutz kann nur erfolgreich sein, wenn viele mitmachen.“

Tübingen kann sich zu einer ökologischen Modellstadt entwickeln, so die Überzeugung des Grünen Bürgermeisters. In seinem ökologischen Programm finden sich denn unter anderem Ziele wie: Tübingen als Stadt mit anspruchsvollsten solaren Energiekonzepten zu profilieren, Solarsiedlungen zu konzipieren sowie auf die kommunale Losung: „Weg vom Öl!“ zu setzen. Durch den Bau eines modernen Kleinkraftwerks, sowie den Einsatz von Biomasse und Fotovoltaikanlagen, solle bis 2020 der Atomstrom in Tübingen der Vergangenheit angehören und der CO2-Ausstoß um 20 Prozent reduziert werden; heißt, die zehn Tonnen Kohlendioxid, die jeder Tübinger durchschnittlich jährlich produziert, auf drei Tonnen zu verringern. Mit diesen und anderen innovativen Ideen, so der Politiker, dem Ökologie Herzenssache ist, könne er gemeinsam mit einer umweltbewussten Stadtbevölkerung sowie einem stark ökologisch geprägten Gemeinderat, seine Stadt auf die globalen Herausforderungen von Klimawandel und Energieverknappung vorbereiten.

Mehr über die ökologische Zukunftspolitik Tübingens und über den Grünen Bürgermeister Boris Palmer, gibt es auf den Seiten von:

www.tuebingen2006.boris-palmer.de 
www.tuebingen.de

Copyright Bilder: Universitätsstadt Tübingen






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