Vom Wandervogel mit dem “Mostmax” zum modernen Bio-Saftbetrieb
Vor über 70 Jahren legten Margret Voelkel und Ehemann Karl im wörtlichen Sinne den Grundstein für die heute in der 150-Seelen-Gemeinde Pevestorf ansässige Fruchtsaftkelterei Voelkel GmbH. Das moderne Unternehmen beschäftigt inzwischen über 100 Mitarbeiter und ist mit seiner immer weiter wachsenden Palette an qualitativ hochwertigen Bio-Getränken weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Als so genannte Wandervögel siedelten Margret Voelkel und Ehemann Karl einst im Geiste der anthroposophischen Christengemeinde in den 1920-ern auf dem Höhbeck im niedersächsischen Wendland an der Elbe an. Eigens legten sie Stein auf Stein ihres neuen Heims, zimmerten ein Dach über ihre Köpfe, mauerten schließlich einen Ofen und pflegten schon bald einen verwunschenen Obstgarten, in dem ihre vier Nachkommen herumtollten. Zugleich wurde dieser mit seinen Apfel-, Birn- und Kirschbäumen, Erdbeerpflanzen, Johannisbeer- und Stachelbeersträuchern Grundstock für die heutige Bio-Kelterei. Karl Voelkel verdiente sein Auskommen als Lohnmoster, fuhr mit der fahrbaren Saftpresse, im Volksmund „Mostmax“, durch das Wendland und verwandelte für die Leute in der Region das Obst direkt vor der Haustür in natürlichen, erfrischenden Fruchtsaft.
Reiner Biogenuss für jeden Geschmack
Frisch gepresster Saft bereichert heute nicht mehr nur die Region sondern fließt in weit größeren Mengen aus den Pressen in der modernen Produktionshalle der Fruchtsaftkelterei Voelkel. Deren Geschäftsführer, der 49-jährige Enkel Karls, Stefan Voelkel, hat den Betrieb, ganz im Sinne seines Vaters – der das Unternehmen seit den 1940-er Jahren führte – seit den 1980-ern stetig weiter zu einem modernen Betrieb vorangebracht. Der urgroßväterlichen Tradition verhaftet, werden Voelkel-Säfte nach biologisch-dynamischen Grundsätzen hergestellt. Heute nach über 100 Rezepturen für Frucht und Gemüse. Darunter ist natürlich „ganz normaler“ Apfelsaft in Demeter-Qualität, klar oder naturtrüb, Bio-Orangen-, -Birnen- und -Traubensaft, aber auch Blutorangensaft, Pink-Grapefruit, ein Apfel-Möhren, Apfel-Mango oder Rhabarbar-Erdbeertrunk, bis hin zu Produktinnovationen wie beispielsweise der Biolimo in den Geschmacksrichtungen Limone-Ingwer, Holunder-Chilli oder Cranberry-Ginkgo, der „frechen Bio-Alternative“ Bio-Zisch in Natur Orange oder Bitter Lemon, gar alkoholfreie Bio-Cocktails als Red Orange, Pina Colada oder Caipirinha. Die Biolimo in der Geschmacksrichtung Limone-Ingwer wurde gar in der ersten Ausgabe 2008 von der unabhängigen Zeitschrift Ökotest für „sehr gut“ befunden. Und speziell für den jungen Gaumen gibt es neben einer Reihe andere Frucht- und Gemüsesäfte den 7-Zwerge-Kindersaft aus Roter Traube, Apfel-Bananensaft, feldfrischen Möhren, Birne, Heidelbeere sowie Hagebutten, Sanddorn- und Erdbeermark, der mit rein fruchteigener Süße auskommt und aus kleinen Leuten gesunde große Menschen machen soll.
Qualität statt Quantität ist die Devise
Nach wie vor liegen der Entstehung all dieser Getränke des Großvaters auf ursprünglichem Genuss bedachte Werte zugrunde. Denn mit Idealismus und Kreativität wusste schon er den eigenen Anspruch an die Qualität mit dem Endprodukt in Einklang zu bringen. Das bedeutet nachhaltig für den Bio-Trinkgenuss, „dass er aus Direktsaft oder aseptisch behandeltem Frucht- und Gemüsepüree hergestellt wird, nicht aus Konzentrat“, erklärt Geschäftsführer Stefan Voelkel. „Weißer Zucker und chemische Zusätze kommen ebenso wenig in die Flasche wie künstliche Vitamine“, fährt er fort. „Bio, ursprünglicher Genuss und Natürlichkeit sind unsere Themen. Dabei ist Qualität statt Quantität die Devise!“ Persönlich hegt und pflegt deshalb auch Stefan Voelkel seine Säfte, mischt mit Hingabe Mixturen an und liebt es, mit neuen Kompositionen die Produktpalette zu erweitern. Dabei setzt er auf das Know-how und gelernte Handwerk seiner rund 100 Mitarbeiter. „Die Biosaftproduktion erfordert viele Hände“, lacht der Arbeitgeber stolz, beschwert sich nicht über den Fachkräftemangel sondern sorgt stattdessen lieber selbst für Ausbildungsplätze. Die meisten seiner biologisch-organischen Anbauer kennt er persönlich; bis hin zum Kleinbauern in Indien, von dem das Bio-Mangopüree per Container in den Pevestorfer Hof einrollt.
Unter der Lupe und transparent: Geprüfte Bio- und Demeter-Qualität
Natürlich bezieht Voelkel Rohwaren bevorzugt von Landwirten vor Ort, unterstützt durch die Abnahme von Früchten und Gemüse aber auch Bauern in Italien, Polen, gar Ägypten. Im südindischen Kerala konnten die Landwirte einer Ananasplantage aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der deutschen Saftfabrik ihre komplette Anlage auf biodynamischen Anbau und Demeter Kriterien umstellen. Bereits seit Jahrzehnten trägt das Unternehmen zudem dazu bei, dass auch im eigenen Land die Anbauflächen für Bio- und Demeter-Rohwaren ausgeweitet werden. So gründete Voelkel 2001 im Elbtal einen Biostreuobstverein, um mit dem regionalen Anbauprojekt nicht zuletzt den Erhalt alter Apfelsorten sicher zu stellen. Ebenso initiierte das Unternehmen in Niedersachsen ein regionales Demeter Anbauprojekt für Möhren und Rote Bete. Die Saftkelterei förderte aber auch den mit 40 Mitgliedern in 2005 an den Start gegangenen Demeter-Verband Polen. Stefan Voelkel betont: „Das Obst und Gemüse, das in unseren Säften landet, unterläuft strengsten Qualitätskriterien.“ Unabhängige, externe Labors untersuchen deshalb Roh- wie Fertigwaren auf Rückstände. Hinzu kommt die Analyse durch das firmeneigene Labor: Bodenproben, Blattproben, Rohwaren und Saft – alle Verarbeitungsniveaus – werden genauestens unter die Lupe genommen. Zudem erhalten nun alle Bio Zisch Bitter Lemon und Orange Natur das „new ethics“ Premium-Gütesiegel. Ein Zeichen dafür, dass sich Voelkel in Denken und Handeln zu Ethik, Verantwortung, Fairness und Transparenz verschreibt.
Ökologischer Saft auf ganzer Linie
„Ökologisches und soziales Engagement sowie Nachhaltigkeit sind uns wichtige Themen“, verrät Stefan Voelkel und nennt nur einige Beispiele: Etwa die langfristigen und fairen Handelsbeziehungen des Unternehmens oder die Unterstützung von Projekten zur Hilfe von Kindern in den Slums von Brasilien. „Zahlreiche Kinder erhielten durch den Verkauf des 7-Zwerge-Safts in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Plan International“ Möbel oder Spielsachen für ihre Tageseinrichtung.“ Weitere Projekte dieser Art sind in Planung. Derweil prangt ein im wahrsten Sinne leuchtendes Beispiel für ökologische Nachhaltigkeit auf dem Dach des Voelkel-Saftlagers. Die dort angebrachten 1.000 Solarzellen produzieren jährlich rund 90.000 Kilowatt Strom, die das Unternehmen in das Netz der regionalen Solar-Wind-Wendland GmbH einspeist. Zirka 30 Haushalte erhalten so zwar nicht flüssigen, aber doch rein ökologischen „Saft“.
Weitere Infos zum Unternehmen und den Produkten gibt es unter: www.voelkeljuice.de